Waschtag

 Sechster Tag. Spanien ole. Heute war ein schöner Tag, allerdings ohne große Höhepunkte. Langeweile stellte sich dennoch nicht bei uns ein. Wir starteten in Tui und hatten gleich die ersten Orientierungsschwierigkeiten. Ich wollte zur Post, um meine Wanderschuhe zurück nach Hause zu schicken. Ich habe ihnen die Freunschadt gekündigt, ich will meine alten wieder. Das waren die Besten. Meine Blasen machen mir echt zu schaffen. Mittlerweile laufe ich die ganze Tagesetappe in Sandalen. Es ist nicht daran zu denken, nochmals die Wanderschuhe anzuziehen. Ich erblasse jedes Mal vor Neid, wenn uns Wanderer mit nur einfachen Sportschuhen entgegen kommen. Mein fester Vorsatz ist, mir heute Abend ein entsprechendes Paar zu kaufen. Aber noch waren wir in den galizischen Hügeln unterwegs und mussten erst einmal unser Tagesziel erreichen. Dort wartete heute ein gutes Hotel auf uns. Unser Plan war, die heutige Etappe kurz zu halten, dann unsere Wäsche zu waschen und ausgiebig zu duschen. Zudem musste ich meine Hose ausbessern. Ich glaube, deren Stoff ist mittlerweile morsch. Es ist meine Lieblings-Trekkinghose. Um Gewicht zu sparen, habe ich auch nur die eine mit genommen. An kälteren Tagen trage ich zusätzlich eine Leggings, an wärmeren Kommt ein Wanderminirock zum Einsatz. Zwei Blusen, eine Garnitur Unterwäsche sowie ein Paar Strümpfe zum Wechseln,  und fertig. Vorgestern in der Jugendherberge haben wir nicht gewaschen, wir waren einfach zu fertig. Gestern auch nicht, es wurde uns zu spät und irgendwann zeigte der Alkohol seine Wirkung. Heute mieften wir dann in unseren Sachen so dahin. Wir hatten keine Wahl, heute musste gewaschen werden. Unser Ablauf sollte so sein wie immer. Wäsche waschen, duschen, frisch anziehen und essen gehen. Im Hotel angekommen, zog ich mich aus, kramte meine Schmutzwäsche aus dem Rucksack, wusch alles aus und hing die Sachen zum Trocknen auf den Balkon. Svetlana machte das auch so. Nein, nicht ganz. Sie war etwas cleverer. Sie wusch nur die Sachen aus dem Rucksack. Sie hing vier T-Shirts auf, einen Pulli sowie ein paar Socken und Unterwäsche. In ihren anbehaltenen und trockenen Sachen war sie dann schnell bereit, zum Essen aufzubrechen. Ganz anders als ich. Meine Utensilien hingen noch ziemlich nass auf dem Bakon. Mir blieb nichts anderes übrig, als in die noch sehr feuchten Kleidungsstücke hinzuschlüpfen. Ich war froh, dass mir Svetlana wenigstens eine trockene Leggings ausleihen konnte. Zu allem Überfluss zog es sich draußen zu und es wurde frisch. Es half nichts, da mussten wir jetzt durch. Andernfalls hätten wir im Hotel hungern müssen. Das war keine Alternative. Turnschuhe kaufte ich mir keine, dafür aber lecker essen. Spanisch an der Strasse, mit Spaniern. Touristen sahen wir hier nicht, obwohl auch Arcades wirklich schön auf Hügeln an einer Meeresbucht liegt. Vielleicht ist es einfach noch zu früh für Touristen. Viel gibt es heute nicht zu erzählen. Dieser Tag war kurz und ich nutze ihn auch um den Blog von gestern fertig zu schreiben. Morgen ist auch noch ein Tag. Mal sehen, wie es weiter geht